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Potsdam Royals

Potsdams Erstliga-Footballer genießen Platz zwei bei Sportlerwahl und beginnen Saisonvorbereitung

MAZ: von Ronny Müller und Peter Stein

Königliche Freude

Michael Vogt hatte strahlende Augen und fand alles surreal. Am Samstagabend nahm der Football-Trainer der Potsdam Royals mit einigen Spielern die Ehrung für den zweiten Platz bei der Wahl zu Brandenburgs Sportlern des Jahres entgegen. Der Aufstieg in die Bundesliga hatte den Royals so viele Stimmen eingebracht, dass sie sich bei der ersten Nominierung hinter den Kanuten und vor den Potsdamer Wasserballern einsortieren konnten. „Hier sind so viele hoch dekorierte Sportler. Für uns ist es eine Ehre, dabei zu sein“, sagte Vogt.

Der zweite Platz unterstreicht die gestiegene Aufmerksamkeit für die Königlichen. Am 1. Oktober machten sie den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga perfekt. 2300 Zuschauer im Stadion Luftschiffhafen sahen den entscheidenden 42:7-Erfolg in der Relegation gegen den sechsfachen deutschen Meister Berlin Adler. Die Potsdamer hatten in der regulären Saison alle 14 Spiele gewonnen. „Das macht uns stolz“, sagt Vogt, der mitten in den Planungen für die Premierensaison in der ersten Liga steckt.

„Die Bundesliga ist die stärkste Liga Europas“, sagt der 38-Jährige voller Respekt. „Erste Liga – das fühlt sich surreal an.“ Denn die Royals wurden erst 2012 gegründet und schafften einen unnachahmlichen Durchmarsch aus der fünften Liga nach ganz oben. „Wir sind drei Mal in Folge aufgestiegen.“ Nur in der 2. Bundesliga machten sie zwei Jahre Station.

An diesem Samstag wird die Mission Bundesliga mit ersten Athletiktests eingeläutet. Im März startet dann das volle Training. Die Saison beginnt Mitte April und dauert bis Mitte September. Die Royals hoffen auf eine Saison „im gesicherten Fahrwasser“, sagt Vogt. „Wir wollen eine gute Rolle spielen.“ Der ehrenamtliche Coach, der im Öffentlichen Dienst angestellt ist, stellt einen Kader auf, der wieder rund 60 Spieler umfasst. „80 Prozent der Mannschaft bleiben zusammen.“ Es sollen aber noch ein paar Verstärkungen hinzukommen. Der Verein ist durch den Aufstieg für viele Spieler noch interessanter geworden. Vogt: „Wir bekommen viele Bewerbungen.“ Headcoach Vogt schaut sich aber auch selbst in ganz Europa und in den USA nach Footballern um. Pro Spielzug dürfen nur zwei Amerikaner auf dem Feld stehen. Allerdings haben viele Jungs aus dem Mutterland des Footballs einen europäischen Pass. „Die sind natürlich besonders begehrt.“ Finanzielle Abenteuer will der Verein jedoch nicht eingehen. Eher sollen die bescheidenen Rahmenbedingungen verbessert werden. Den Royals fehlt neben einem Trainingsplatz in Potsdam etwa ein Raum, in dem sie sich zu Videoanalysen treffen können. Verlassen können sie sich auf ihre Fans. In der abgelaufenen Saison lag der Zuschauerschnitt bei 1200. „Wir hoffen auf deutlich mehr“, sagt Vogt. Der Zuspruch hängt freilich auch vom sportlichen Abschneiden ab. Vielleicht sind die Royals 2018 bei der Sportlerwahl wieder vorn dabei.

Die Bundesliga ist die stärkste Liga Europas. Wir wollen eine gute Rolle spielen. Michael Vogt,Royals-Trainer